Präsentiert vom Verein Schauenrock wurde am Samstagabend in der Rittersburg in Elgershausen dem Blues gefrönt. Mit Chicago Line und den neu formierten Mojo Kings standen zwei Bands auf der Bühne, die mit Leidenschaft und Spaß durch den Abend führten.

„Der Blues braucht eine Stimme“, mit diesem Satz kündigte Jochen Maeder, Bluesharper der Band Chicago Line, Frontfrau Martina Sherman gestern Abend in der Rittersburg an. Und was für eine Stimme! Die Interpretin sang mit einer Leidenschaft und Freude, dass der gutbesuchte Saal beim Schauenrock Festival von begeistertem Klatschen und Mitsingen erfüllt wurde. Man könnte meinen, Martina Sherman hätte noch nie etwas anderes getan, als Blues zu singen. Doch sie kam erst 2002 zur Musik und trat einem Gospelchor bei. Dort wurde sie als Solistin entdeckt. Zwei Jahre später wollte sie mehr und traf auf ihre männlichen Bandkollegen. Von Blues hatte sie damals nicht viel gehört. Aber wie wir gestern hören durften, kriegt der Blues irgendwann jeden. So auch Martina Sherman, deren Begeisterung an der Musik jeden im Saal in den Bann zog. Unterstützt wurde sie dabei von Rolf Ellhof (Gitarre und Gesang). Dieser wuchs mit Jazz, Grammophon und Schellack-Platten auf. Bei dem selbsternannten Oldie der Band sitzt jeder Akkord, jedes Riff, jeder gesungene Ton. Auch Gitarrist Rolf Seggelke kam schon früh mit dem Blues in Berührung und auch, wenn seine Jugendjahre nicht ausschliesslich dem Üben auf dem Instrument gewidmet waren, hat er dies später ohne Zweifel aufgeholt. Jochen Maeder (Bluesharp) wiederum hat nicht nur musikalische Qualitäten, er ist ein ebenso guter Moderator und Entertainer. „Mr. Background“ Frank Gerhardt (Bass) begann mit 14 Jahren Bluesgitarre zu spielen, stieg aber später wegen einem Übermaß an GItarristen auf den Bass um und sorgt seitdem für den Groove der Band Chicago Line. Auch Praktikant Gregor, der als Vertretung des Keyboarders Thorsten Peters fungierte, brachte mit seiner guten Laune und einigen Showeinlagen die Menge zum Jubeln. Gewohnt schweißtreibend und Grimassen schneidend bediente Schlagzeuger Bernd Riehl sein Instrument. Er gehört er zu den Organisatoren der Blues Session im Kulturzentrum Schlachthof.

Das zweite Ensemble des Abends schlug die etwas rockigeren Töne an. Um genau zu sein, spielen die Mojo Kings Blues mit Roots Rock-Einflüssen. Die vier Musiker schreiben ihre Songs selbst. Ausnahmen bestätigen gewöhnlich die Regel. So auch hier, denn auch bekannte Blues-Perlen werden von den Musikern interpretiert.
Nach Jahren der Trennung haben sich die Mojo Kings vor einem Jahr neu formiert, erklärte Sänger Klaus Arend und kündigte damit gleichzeitig den neu entstandenen Song „This is the time“ an. Irgendwie passend. Ohnehin schreibt das Quartett Texte, die im wirklichen Leben entstanden sind. Dazu gesellt sich ein satter, erdiger und rauher Blues-Sound, der durch regelmäßige Harp- und Gitarrensoli in musikalisch-emotionale Höhen getrieben wird. Gitarrist Oliver Franke schien dabei zeitweise Eins mit seinem Instrument zu werden. Für den rhythmischen Part sorgten Ferdinand Bebber (Bass) und Michael Reffke (Schlagzeug). Die Bluesfans in der Rittersburg waren auch von dieser musikalischen Facette begeistert: „Hoffentlich gibt es eine Wiederholung dieser Veranstaltung.“ Dem stimmen wir zu und hoffen es auch.