Seit mehr als 25 Jahren ist die Bluessängerin und -Gitarristin Fiona Boyes nun im Geschäft. Gestern gab sie mit ihren Bandkollegen Pablo Leoni (Schlagzeug) und Danny Blomely (Bass) ein atemberaubendes Konzert im Theaterstübchen.

Veranstalter Markus Knierim hat zum Ende der aktuellen Bluessaison mit Fiona Boyes nochmal eine Ausnahmekünstlerin nach Kassel geholt. Die Australierin wird von Kritikern als eine „musikalische Abnormalität“ und „Bonnie Raitt’s böse Zwiliingsschwester“ beschrieben.
Mit überragender Spielfreude und sichtbarem Spaß spielte sie als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Virtuose Gitarrensoli und eine markate Stimme – das sind die Markenzeichen der Sängerin, die nicht umsonst als erste weibliche nicht-Amerikanische Künstlerin die International Blues Challenge (IBC) in Memphis gewann. Songs von „Guys be Wise“ bis „God & Devil“ sang sie mit solcher Energie, mit Gefühl und Temperament, dass der Funken schnell zum Publikum übersprang und jede Pause mit lautstarkem Applaus untermalt wurde. Egal, ob sie ihre Vergangenheit in ihren Songs bewältigt, über ihren Ex, den Ehemann oder Religion singt, sie präsentiert jedes Stück absolut authentisch und mitreißend. Publikumsnähe ist ein weiteres ihrer Markenzeichen, jede freie Minute vor und nach dem Konzert sowie auch in der Pause widmete sie den Besuchern, mit denen sie fast pausenlos im Gespräch war. Mit einer enorm positiven Austrahlungen ließ sie den Abend viel zu schnell vergehen.
Als abschließendes Highlight bekam die Sängerin bei einem der letzten Songs des Abends Unterstützung von Meistergitarrist JP Soars, der vor einer Woche mit seiner Band an gleicher Stelle aufgetreten war.