Jade MacRae begeisterte im Theaterstübchen
Endlich wieder Konzerte im Theaterstübchen! Bereits am zweiten Abend der gerade erst begonnenen Saison holte Veranstalter Markus Knierim Soulröhre Jade MacRae auf die Bühne. Die australische Sängerin steht einen Großteil des Jahres mit Joe Bonamassa und Jimmy Barnes auf der Bühne. Am Donnerstag präsentierte sie in Kassel ihre eigenen mitreißenden Songs, die musikalisch im Soul und R´n´B der 60er und 70er Jahre verwurzelt sind. Ihre gewaltige Soulstimme nahm das Publikum zu fetten Grooves sofort mit. Etwa zwei Stunden lang und ohne Pause wurde das emotionale Feuerwerk aus Soul und Blues abgefeuert. Energiebündel MacRae berührte dabei zutiefst, ihre erstklassige Band bildete einen fesselnden Klangteppich, darunter nicht zuletzt Gitarrist Ben Forrester, der bei seinen ergreifenden Soli seiner Seele freien Lauf ließ. Chapeau!
Local Django Trio im Theaterstübchen
Einen musikalischen Streifzug durch Leben und Werk des legendären Jazzgitarristen Django Reinhardt präsentierte das Kasseler Local Django Trio am Freitagabend im Theaterstübchen. Die Band schöpft ihre Inspiration aus dem umfangreichen Repertoire des großen Meisters, wobei auch Stücke der zahlreichen Erben Reinhardts in das Programm einfließen. Nach Reinhardts Tod wurde diese Musik zu dem Stil, der heute als „Sinti Jazz“, „Gipsy Swing“ oder auch „Jazz Manouche“ bekannt ist. Das Trio agierte mit viel Spielfreude, Bandgründer Frank Brinkmann beeindruckte dabei mit virtuosem Tanz über das Griffbrett. Herausragend auch Gitarrist Harald Erbrodt und Bassistin Sina Gießler mit knackigem Rhythmus und spektakulären Basslinien.
Colosseum spielte im ausverkauften Theaterstübchen
Mit Colosseum stand am Sonntag eine Musklegende des Jazzrock auf der Bühne des Theaterstübchens. Vor 170 Gästen im ausverkauften und proppevollen Theaterstübchen spielten sich die Briten durch Jahrzehnte ihres Schaffens, denn die Bandgeschichte reicht beachtliche 54 Jahre zurück. Der 81-jährige Sänger Chris Farlowe, seit 1970 Bestandteil der Band, vermag es immer noch, die Zuschauer zu begeistern und führte mit Witz und Charme durch das Programm, auch stimmlich passte alles. Gitarrist Clem Clempson und Bassist/Vokalist Mark Clarke, ebenfalls Teil der 70er-Jahre-Besetzung, überzeugten als top Instrumentalisten. Neuzugänge Saxofonist Kim Nishikawara, Keyboarder Nick Steed und Drummer Malcom Mortimore beeindruckten mit atemberaubender Vituosität. Aus dem riesigen Repertoire ihres Gesamtwerkes schöpfte Colosseum ein wunderbares Set, das die Zuschauer mit Jubel und Applaus honorierten. Was die ganze Band verbindet, ist die Freude an der Musik, denn die Stand allen Teilnehmern ins Gesicht geschrieben.
Rocktail im Theaterstübchen
Zur CD-Release-Party lud die Kasseler Formation Rocktail am Sonntag in das Theaterstübchen. Die neunköpfige Band spielte Soul und Funk mit einer Prise Rock.
„Ein neuer Morgen“ klingt nach Neuanfang, nach verheißungsvoller Aussicht im Anschluss einer dunklen Zeit. Es klingt aber auch nach Trost, den der erste Sonnenstrahl des Morgens spenden kann. Der Titel des neuen Werkes spiegelt sich ebenso in den Texten wider, die allesamt aus der Feder von Bandgründer und Gitarrist Toby Hartmann stammen. „Der Fokus liegt auf Gefühlen wie Erleichterung und wiedergewonnene Lebensfreude“, schreibt die Band in ihrer Pressemitteilung. Mit ihren zwölf Stücken auf dem Tonträger zeigen Rocktail Zuversicht, geben Hoffnung, machen Mut.
Funky, soulig, rockig – der Soundcocktail war abwechslungsreich. Schnelle Gute-Laune-Titel mit tanzbarem Charakter fanden ebenso in das Programm wie schnulzig-schöne Balladen. Herausragend war Jörn Birkenstock mit markantem Gesang, sowohl als durchdringende Soulröhre als auch harmonisch mit Beatrice Przybillas weichem Kantus zum Duett verwoben. Apropos durchdringend: Gänsehautmomente gab es bei der Ballade „Vulkan“, mit der der Sänger beim Deutschen Rock & Pop Preis 2019 den zweiten Platzes in der Kategorie „Bester R´n´B-/Soulsänger“ erreichte. Bei solchen Songs kommt Birkenstocks Stimme erstklassig zur Geltung. Übrigens gab es für die gesamte Band den zweiten Preis in der Kategorie „Beste Soul- und Funkband“. Aber zurück zum Konzert. Przybillas sanfter Gesang überzeugte auch solo bei Titeln wie „Es wäre ein Wunder“ und „Bleib bei mir“, bei denen sie dann von Birkenstock im Refrain kraftvoll unterstützt wurde. Die drei Mann starke Bläserbasis unterstrich den funkigen Charakter vieler Songs und trat mit der Rhythmussektion Albert Esipovic (Drums) und Markus Lebensieg (Bass) in groovenden Dialog. Das sorgte für wunderbar tanzbare Momente voller (wiedergewonnener) Lebensfreunde.
18 neue und alte Songs zelebrierte das Nonett und zauberte dabei einige lächelnde Gesichter voller Zuversicht, Hoffnung und Mut. Und das ist es doch, was am Ende zählt.
Handsomest spielten im Theaterstübchen
Handsomest, das sind der Sänger und Songwriter Darren Jones und der Arrangeur und Produzent Leonard Arnemann. Mit Bandunterstützung präsentierte das Duo am Montag ihre Songs im Theaterstübchen.
Gute Laune und viele Emotionen lagen in der Luft, als Handsomest ihren Sound im Theaterstübchen zelebrierten. Die Texte beschreiben das Erwachsenwerden, die Trauer und Einsamkeit, aber auch die Liebe. Stilistisch sind die Songs am ehesten dem Alternative Pop zuzuordnen. Darren Jones klare Stimme wird dabei von melodischen Synthieparts und fetten Grooves untermalt. Das überaus junge Publikum war begeistert.
Jones und Arnemann lernten sich übrigens am Musik-Institut der Universität Kassel kennen. Beim gemeinsamen Jammen beschloss man dann, Handsomest zu gründen.
Andreas Schaerer und Hildegard Lernt Fliegen im Theaterstübchen
Ursprünglich für den Jazzfrühling 2020 geplant, traten Andreas Schaerer und seine Paradeband Hildegard Lernt Fliegen am Freitag mit 30-monatiger coronabedingter Verspätung im Theaterstübchen auf.
Einen aufregenden Sturm zettelten die Schweizer an. Wirbelnd und fantasievoll zelebrierten Stimmakrobat Schaerer und seine Klangvirtuosen ihr aktuelles und 2020 erschienenes Werk „The Waves Are Rising, Dear!“ sowie einige weitere Glanzstücke ihrer seit 2005 andauernden Schaffenszeit. Theatralisch verwoben sich Schaerers facettenreiche Gesangsparts mit den extravaganten Toncollagen der drei Mann starken Bläsersektion sowie den grandiosen Basslinien und gingen einen manchmal fast skurril anmutenden musikalischen Dialog ein. Ein genial hochenergetisches Kunststück.
Bernard Allison im Theaterstübchen
Bernard Allison spielte am Montag im Rahmen der Blueswoche im Theaterstübchen.
Der Blues liegt Bernard Allison im Blut. Als Sohn des legendären Luther Allison hat er den Groove seit Kindheitstagen gespürt, die Gitarre wurde im sozusagen in die Wiege gelegt. Doch die Zeiten, in denen er mit dem Vater verglichen wurde, sind lange vorüber. Längst ist Bernard Allison aus dem Schatten des großen Luther herausgetreten und zu einem hochkarätigen Bluesmusiker avanciert, der über jeden Zweifel erhaben ist. Das Talent hat er von seinem Vater geerbt, doch die Seele, die er in jeden seiner Songs legt, ist von ihm. Bernard Allison zieht sein Publikum von der ersten Minute an in den Bann, begeistert mit seinen leidenschaftlichen Soli, lässt die Gitarre aufheulen und berührt jeden, der auch nur etwas mit Blues anfangen kann. Seine Band unterstützt ihn dabei in technisch höchstem Niveau. Ein großartiges Konzert.