Vernissage „Neu sehen“ von Oksana Kyzymchuk
Künstlerin Oksana Kyzymchuk freute sich am Freitag über die zahlreichen Kunstinteressierten, die zur Vernissage ihrer neuen Ausstellung „Neu sehen“ ins Pluteum kamen. Bis zum 16. Mai kann man nun von Donnerstag bis Sonntag ab 14.00 Uhr in ihre Bilder eintauchen und mit der Künstlerin ins Gespräch kommen.
Oksana Kyzymchuks Kunst ist äußerst facettenreich und emotional. Die Künstlerin erzählt mit ihren Bildern Geschichten vom Leben, von der Natur und der Welt um sie herum. Um diese Wahrnehmung und deren Interpretation geht es in ihrer kommenden Ausstellung „Neu sehen“, die vom 19. April bis zum 17. Mai in Kooperation mit Daniel Kunz in den Räumen vom Pluteum stattfindet. Die Ausstellung soll ein kleiner Anstoß sein, weiter und offener zu sehen, unsere Gedankenmuster zu überdenken und bereit für neue Ideen zu sein.
Bekanntheit erlangte die gebürtige Ukrainerin sowohl als Malerin, Bildhauerin sowie als Fotografin. Nicht zuletzt schrieb sie mit „Kindheit unter den Eichen“ eine umfangreiche Reportage, in das sie ihre berührenden Fotografien einfließen ließ. Mit dem Fotobuch dokumentiert sie das kulturelle Gefüge ukrainischer Ortschaften. Die erfolgreiche Ausstellung „On my way“ und der damit verbundene „Kunstinkubator“ fand 2023 sehr großen Anklang bei Publikum und Presse.
Wie schon im Vorjahr dient die Ausstellung im Rahmen des Kunstinkubators (2.0) auch als Plattform für ein vielschichtiges kulturelles Programm. Neben Livemusik gibt es Vorträge, eine Weinverkostung sowie einen Workshop. Den Anfang macht gleich am 25. April Adriaan von Wagensveld mit einer humorvollen und alltagsnahen Auseinandersetzung von Kunst und Meditation. Bei der Veranstaltung „Neue Weine – Neu sehen“ am 3. Mai stellt die Weinhandlung „Schluckspecht“ neue Anbaumethoden, neue Weingüter, neue Regionen und neue Sorten vor. Am 5. Mai steht das erste Hauskonzert mit Eigenkompositionen von Regina Brunke an. Eine Reise durch die Kunstgeschichte können Interessierte am 8. Mai unternehmen bei der Veranstaltung „KUNST+kaviar – „Zwischen Traum und Trauma – das Bild der Mutter in der Kunst. Das zweite Hauskonzert findet am 12. Mai mit Claudia Riemann (Gesang) und Julia Reingardt (Piano) statt. Mit Übungen zur Wahrnehmung, zur Intuition und zum Körperbewusstsein führt Swantje König am 14. Mai durch ihren Workshop „Weg-Weiser-Herz – mutig anders sehen“.
Neu sehen – Oksana Kyzymchuk – Kunstinkubator 2.0, 19.04. bis 17.05.2024, Pluteum, Königstor 34, 34117 Kassel
Hauskonzert bei Oksana Kyzymchuk
Im Rahmen der Ausstellung „Neu sehen“ von Oksana Kyzymchuk spielte Cellistin Regine Brunke am Sonntag einige Eigenkompositionen.
Dabei verwob sie ihre poetischen Klänge mit den unterschiedlichsten Geräuschen, unter anderem Tierstimmen, Waldgeräusche oder akustische Eindrücke aus der Medizin, und erschaffte unter dem großen Stichwort „Liebe“ eine ganz besondere Atmosphäre, die die Wirkung der Werke von Gastgeberin Oksana Kyzymchuk in symbiotischer Weise veränderte.
Neu sehen – Oksana Kyzymchuk – Kunstinkubator 2.0, 19.04. bis 17.05.2024, Donnerstag bis Sonntag ab 14 Uhr, Pluteum, Königstor 34, 34117 Kassel
Kasselartists stellten in der Markthalle Kassel aus
Die Kasselartists wurden 2023 als Künstlerzusammenschluss gegründet. Begründer war zu dieser Zeit Hans Hebestreit, der durch das Gruppenprojekt jeden einzelnen teilnehmenden Künstler stärken möchte. Mittlerweile gehören bis zu 21 Mitglieder dem Kollektiv an. Neben Gruppenausstellungen sollen in naher Zukunft auch die einzelnen Künstler in den Fokus gestellt werden. Am Donnerstag stellten elf Künstler*innen ihre Werke in der Kasseler Markthalle aus.
Ausstellung „Reiteration“ im kunstbalkon
Die Ausstellung wurde von der syrisch-deutschen Künstlerin und Kunsthistorikerin Aliaa Abou Khaddour kuratiert, die seinerzeit gemeinsam mit der Künstlerin in Damaskus studiert hat. Die Einführung übernahm Karina Chernenko (KUNST + kaviar), die auf die künstlerische Sprache Yassoufs und ihre interdisziplinäre Herangehensweise einging.
Reiteration bedeutet Wiederholung oder erneute Darstellung eines Gedankens, einer Handlung oder eines Musters. In der Kunst und Philosophie wird der Begriff genutzt, um Prozesse des Erinnerns, der Rekonstruktion oder der Vertiefung zu beschreiben. In der Botanik bezeichnet Reiteration die wiederholte Bildung von strukturell ähnlichen Planzenteilen, insbesondere bei Bäumen. Dies geschieht, wenn ein Baum nach Schäden neue Zweige, Äste oder ganze Kronen bildet, die den ursprünglichen Strukturen ähneln.
Die Werke Yassoufs bewegen sich zwischen Präsenz und Abwesenheit, während die Zeit als zentrales Gestaltungselement genutzt wird. Die Künstlerin greift auf einfache, alltagsnahe Materialien zurück und thematisiert die tiefgreifenden Auswirkungen von Verlust und die Spuren, die auf Körper, Emotionen und Erinnerungen hinterlassen werden. Gezeigt werden Skulpturen, Zeichnungen und zusammenhängende Panels, die durch ihre Struktur und Materialität eine starke Haptik entfalten. Durch Wiederholung von Handlungen in Verbindung mit den haptischen Werken lädt die Ausstellung zu einem interaktiven visuellen Dialog ein.
Die Künstlerin verarbeitet in ihren Werken auch ihre persönliche Geschichte: Migration, Identität, Neuanfang und das Streben nach Freiheit. Weiß als zentrales Element symbolisiert die Möglichkeit des Neuanfangs – eine leere Fläche, auf der neue Geschichten entstehen können.
Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt von der emotionalen Tiefe der Ausstellung. Die Werke Yassoufs sind nicht nur Ausdruck persönlicher Erfahrung, sondern auch ein universelles Statement über Verlust und Widerstandskraft des menschlichen Geistes.
Die Ausstellung „Reiteration“ ist noch bis 23. Februar (Fr./Sa./So. 17 – 19 Uhr) im kunstbalkon, Frankfurter Straße 62 in Kassel zu sehen.
Hans Hebestreit stellt aus
Vielen ist Hans Hebestreit durch seine farbenprächtigen Astronauten bekannt. Unter dem Slogan „Ein Bunt fürs Leben“ stellt der Künstler diese und andere Werke bis zum 7. November im Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88 aus.
Den Kindheitstraum, ein Erforscher in den Weiten des Weltalls sein zu können, erfüllt sich Hebestreit mit seinen Astronautenbildern immer aufs Neue. Aber gerade seine aktuelleren Werke, auf denen viele Facetten zur aktuellen Weltlage widergespiegelt werden, faszinieren. Themen wie Krieg, Gefahr und Klimawandel werden in poppig bunten Illustrationen intelligent verarbeitet. Gerade diese Umsetzung bleibt im Kopf und stößt Denkprozesse an. Dem Spiel mit vielen starken Farben bleibt Hebestreit in jedem Fall treu, genau wie den Astronauten, die zwischendurch einfach mal sein müssen. Für den Seelenfrieden.
Zwischenwelten und Gegensätze: Nina Groth und Pierre Weller stellen aus
Unter dem Slogan Zwischenwelten stellen Nina Groth und Pierre Weller bis Donnerstag ihre Werke im Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88 in Kassel aus.
Eine Ausstellung der Gegensätze erlebt man bei den beiden herausragenden Künstlern. Aufruhr sieht man in Pierre Wellers Werken oder den verbildlichten Kampf mit sich selbst. Dagegen strahlen Nina Groths Bilder tiefe Ruhe aus und eine selten erreichte Natürlichkeit. Die sanften Farbübergänge fließen ineinander und umspielen goldglänzend strukturierte Akzente, die mal als natürliche Trennung oder auch als goldener Mond auftauchen. Weller setzt auf harte Kontraste, markante Figuren und starke Botschaften.
Für ihre Schichten und Texturen verwendet Nina Groth verschiedenste Pasten, die sie beispielsweise aus Marmormehl oder Sumpfkalk herstellt. In den goldenen Bereichen wird neben Metallicfarbe auch mal eine Rettungsdecke verarbeitet. Durch die erzeugten Strukturen verändern sich die Bildeindrücke oftmals je nach Blickwinkel.
Pierre Weller arbeitet hauptsächlich mit Acrylfarben auf Leinwand. Der Künstler lässt seine Emotionen direkt in seine Arbeit einfließen. So sind seine Werke eine visuelle Darstellung seiner tiefsten Empfindungen, die er auf diese Weise mit dem Betrachter teilt.
Zwischenwelten
Noch bis Donnerstag, 14.11. täglich ab 17 Uhr
Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88, 34121 Kassel
Saskia Schulz stellt im Haus Berneburg aus
Bis zum 21.11. stellt Saskia Schulz ihre Werke im Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88 aus. Die Ausstellung steht unter dem Titel „Kunst neu denken, Leben neu gestalten“ und symbolisiert, dass Schulz‘ Herangehensweise als Grundmotiv die Persönlichkeitsentwicklung innehat.
Die Künstlerin setzt auf starke Kontraste, oftmals schwarz und weiß, und möchte damit die Dualität der menschlichen Natur verbildlichen – als Grundlage des Seins. Licht und Dunkelheit, Stärke und Schwäche, Freude und Schmerz sieht Schulz im konstanten Gleichgewicht. Farbige Akzente oder auch stark in den Vordergrund gestellte Symbole unterstreichen die Geschichten, die jedes ihrer Bilder erzählen soll. Schulz sieht darin Meilensteine auf dem Weg der eigenen Entwicklung bis hin zur Selbstfindung.
Die Künstlerin malt mit Acryl und Lack auf Leinwand. Für ihre Akzente verwendet sie oftmals Strukturpaste, Epoxid-Harz oder Blattgold. Durch Verwendung von photochromen Fabstoffen erzielt sie besondere Effekte.
Saskia Schulz- Kunst neu denken, Leben neu gestalten
Noch bis Donnerstag, 21.11. täglich ab 17 Uhr
Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88, 34121 Kassel
Maria Laptieva stellt im Haus Berneburg aus
Bis zum 28.11. stellt Maria Laptieva ihre Werke im Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88 aus. Unter dem Motto „Portraits der Emotionen“ präsentiert die Künstlerin eine spannende Mischung aus Porträts, Landschaftbildern und Stillleben bis hin zu abstrakten Arbeiten. Am Freitag fand die Vernissage statt.
Die Besucher konnten in die Welt der Künstlerin eintauchen und dabei ihren kreativen Prozess nachvollziehen. „Wenn ich male, bekomme ich meinen Kopf frei und finde meinen Fokus“, erklärte Laptieva im Gespräch. Ihre Bilder entstehen dabei meist als Art Vision, die sie dann auf die Leinwand bringt. „Manchmal sehe ich auch etwas beim Vorbeifahren, das im Kopf bleibt und ich dann einfach malen muss“, fügte sie hinzu. Diese spontane Inspiration macht ihre Werke besonders ausdrucksstark und lebendig.
Die Vernissage wurde von den Gästen positiv aufgenommen. Die Werke, die mit intensiven Farben und vielen Details spielen, zeugen von der Leidenschaft und dem tiefen Engagement der Künstlerin. Besonders die Porträts, in denen Lapteva die menschliche Mimik und Emotionen expressiv einfängt, stießen auf großes Interesse. Die Werke aus den Themengebieten Stillleben und Landschaft, die mit dynamischen Farben und starken Kontrasten spielen, runden das Gesamtbild der Ausstellung ab. Laptieva arbeitet hauptsächlich mit Aquarell- und Acrylfarben.
Maria Laptieva – Portraits der Emotionen
Noch bis Donnerstag, 28.11.
Haus Berneburg, Frankfurter Straße 88, 34121 Kassel
Kunstbalkon zeigt Ausstellung „Transform II“
Am vergangenen Freitag eröffnete die Ausstellung Transform II im Kunstbalkon Kassel und zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an, die sich von der thematischen Vielschichtigkeit und künstlerischen Diversität der präsentierten Werke beeindrucken ließen. Acht Künstlerinnen – Gerhild Werner, Judit Rozsas, Anna Hoffmann, Carola Ruf, Christiane Hamacher, Ruth Lahrmann, Sabine Stange und Erika Breuer – setzen sich in ihren Arbeiten mit dem Wandel durch Umformung und Veränderungsprozessen auseinander.
Bereits bei der Einführung durch Künstevermittler Roland Knieg wurde deutlich, dass „Transformation“ nicht nur ein Thema, sondern auch ein roter Faden ist, der durch die gesamte Ausstellung führt. Die künstlerischen Positionen zeigen eindrücklich, wie individuell und zugleich universell Transformation erfahrbar gemacht werden kann.
Gerhild Werner und Judit Rozsas nehmen die Natur als Ausgangspunkt für ihre Arbeiten und übersetzen die Wahrnehmung in grafische und malerische Strukturen. Anna Hoffmann bringt mit der Technik Cyanotypie, einem fotografischen Edeldruckverfahren, einen künstlerischen Blick auf kosmische Phänomene in die Ausstellung ein. Carola Ruf transformiert die Objektwelt in das Zeichenhafte der Sprache und löst sie in der Vielschichtigkeit der wahrgenommenen Welt auf. Eine weitere beeindruckende Position zeigt Christiane Hamacher. Ihre Collagen entstehen aus Analogfotos, die sie aus Fahrzeugfenstern heraus aufnimmt. Ruth Lahrmann beschäftigt sich mit Materialität und deren Wirkung auf die Wahrnehmung. Die Künstlerin setzt die Oberflächenbeschaffenheit ihrer Plastiken zur Täuschung unserer Sinne ein und hinterfragt damit unsere Wahrnehmung im Allgemeinen. Die Werke von Sabine Stange und Erika Breuer konzentrieren sich auf Bewegungen – sei es die eines Körpers oder das Spiel von Licht und Schatten. Durch abstrakte Transformation werden Momente in Zeichnungen und Fotografien eingefangen, die durch Struktur, Farbe und Schattierungen eine neue Dynamik entwickeln.
Die Ausstellung Transform II eröffnet nicht nur einen visuellen Dialog über Prozesse der Veränderung, sondern regt auch zu tiefgreifenden Überlegungen an, wie wir Wandel in Kunst und Leben wahrnehmen und gestalten können. Noch bis 15.12.2024 lädt der Kunstbalkon Kassel dazu ein, sich von den künstlerischen Transformationen inspirieren zu lassen.
Transform II
im Kunstbalkon, Frankfurter Straße 62, 34121 Kassel
Öffnungszeiten jeweils von 17 – 19 Uhr
Sa. 30.11. bis So. 1.12.
Mi. 04.12. bis So. 8.12.
Do. 12.12. bis So. 15.12.
und zu den Öffnungszeiten der Weihnachtswarte der Südstadt Galerien
Fr. 06.12. bis So. 8.12.
„Studieren kennt kein Alter“ – die Geschichte eines Künstlers
Ein älterer Mann, er hat gerade die Rente erreicht, beschließt seinen Lebenstraum zu verwirklichen, einmal in seinem Leben zu studieren. Es ist die letzte Gelegenheit, denkt er sich wahrscheinlich. Er schreibt sich an der Universität ein und beginnt mit dem Studium der Bildenden Kunst. Sechs Jahre später, er ist gerade 70, gelingt ihm der erfolgreiche Abschluss. Alles Weitere ist Geschichte.
Es ist eine dieser Geschichten, die das Leben schreibt. Der Mann heißt Ki Yung Lee. Er wird 1932 in Südkorea geboren. 1969 immigriert er nach Deutschland, tritt im folgenden Jahr eine Stelle im Volkswagenwerk Baunatal an und gründet wenige Jahre später eine Taekwondo-Schule in Kassel, die er nebenbei betreibt. Später wird er Generalsekretär des Taekwondo-Verbandes. Nach einem arbeitsreichen Leben zieht es ihn zur Kunst, er beginnt sich damit auseinanderzusetzen, gestaltet Anfangswerke und präsentiert diese in ersten Ausstellungen. Er beginnt 1996 mit dem Studium an der Kunsthochschule Kassel, nachdem er sich einige Jahre als Gasthörer an der Universität eingeschrieben hat. Seitdem gilt er dort als der älteste Kunstpraxisstudent. 2002 erreicht er den Abschluss mit seiner künstlerischen Arbeit über das Thema „Ki – Darstellung und Deutung von Körper- und Geisteskraft“. Es folgen weitere Ausstellungen.
Durch Ki Yung Lees Arbeiten zieht sich das „Ki“ (Chi), der Lebensatem, die Lebensenergie, das tiefe Sicheinlassen und Erleben mit Ki sowie den ganz persönlichen Einfluss von Ki auf das auf das eigene Leben. Diesen Einfluss versucht er künstlerisch zu reflektieren. Dabei verbindet Ki Yung Lee fernöstliche und christliche Lehre. Seine zahlreichen Skulpturen aus Holz und Keramik tragen dabei so hoffnungsvolle Namen wie „Mut zur Wiedervereinigung“, „Studieren kennt kein Alter“ oder repräsentieren den tiefen Wunsch nach „Versöhnung“ und „Weltfrieden“. Unter seinen Werken findet man auch Kalligraphien, die durch Bedampfen von Reispapier (Chinapapier) entstanden sind, auf dem Ki Yung Lee mit Hilfe dieser Technik das Schriftzeichen KI ausdrucksstark dargestellt hat. Der Künstler möchte so verdeutlichen, dass etwas immateriell und gleichzeitig materiell sein kann, entsprechend dem Urprinzip Yin und Yang, dem Synonym des dynamischen Gleichgewichts. Aus dem strömenden Spannungsspiel zwischen den beiden gegensätzlichen und trotzdem aufeinander bezogenen dualen Kräften entsteht die Kraft Ki, nach alter chinesischer Vorstellung die Urquelle aller Lebensprozesse im Kosmos.
Lees Tochter Sesiria Lee, die die Werke des Künstlers im Rahmen von Ausstellungen der Kasselartists zeigt, gilt ihr Vater als großes Vorbild. Seinen Lebenstraum hat Ki Yung Lee verwirklicht, getreu seinem ganz persönlichen Motto und Leitsatz: „Ich mach‘ das. Ich kann das. Ich schaff‘ das!“ Studieren kennt nunmal kein Alter.
Ki Yung Lee hat in seiner künstlerischen Laufbahn zahlreiche Werke erschaffen. Heute lebt er in einem Seniorenheim in Frankfurt.
„Licht an!“ – Kulturstart im Hugenottenhaus
Am Samstag hieß es: „Licht an!“ Der Abend stand im Zeichen des Kulturstarts im Hugenottenhaus. Ein Ziel der Veranstaltung war es, Menschen zusammenzubringen, um gemeinsam ein Zeichen für soziales und kulturelles Engagement zu setzen.
In einer Zeit, die für viele von Dunkelheit, Krieg, Armut und persönlichen Herausforderungen geprägt ist, möchte das Hugenottenhaus zeigen, wie Kunst und Miteinander Hoffnung und Zuversicht schaffen können. Dass Kultur und soziale Arbeit eng im Zusammenhang stehen, unterstrich Moving-School-Initiator und Kopf des Hugenottenhaus-Projektes Ludwig Möller in seiner Eröffnungsrede. Die Moving School steht für das Studium an Projekten und ermöglicht ganzheitliches Studieren mit „Kopf, Herz und Hand“, so Möller weiter. Besonders wichtig sei ihm die Vernetzung. In Zukunft sollen neben Ausstellungen auch Workshops und Veranstaltungen im Hugenottenhaus angeboten werden. Mehr dazu unter hugenottenhaus-kassel.com.
Bereits ab 15 Uhr öffneten die Ateliers des Hugenottenhauses ihre Türen und boten einen inspirierenden Einblick in die Kreativität der Künstlerinnen und Künstler. Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, mit den Kulturschaffenden ins Gespräch zu kommen und die Vielfalt der Kunst zu entdecken. Der offizielle Start um 17 Uhr brachte Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Gastgeber der Veranstaltung waren die Initiativen Moving School und Artvanced, die mit ihrem Engagement einen Raum für Begegnungen, Austausch und Inspiration schufen.
Neben anregenden Gesprächen und kunstvollen Eindrücken sorgten warme Getränke und Snacks für das leibliche Wohl der Gäste. Musiker der Kasseler Musikakademie schufen unter der Leitung von Lukas Pfeil eine sinnliche musikalische Untermalung der Veranstaltung. Trotz der winterlichen Kälte verlieh die herzliche Atmosphäre dem Abend eine besondere Wärme.
„Licht an!“ war nicht nur ein kultureller Auftakt, sondern auch ein wichtiger Impuls, um die transformative Kraft von Kunst und sozialem Engagement zu feiern. Es war eine Einladung, sich im neuen Jahr für ein besseres Miteinander einzusetzen – in Kassel und darüber hinaus.