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Ausstellung „TANIT“ in Violett Kunstgalerie eröffnet
Ausstellung „TANIT“ in Violett Kunstgalerie eröffnet

Am gestrigen Samstag wurde die aktuelle Ausstellung „TANIT“ in den Räumen der Violett Kunstgalerie eröffnet. Künstlerin und Galeristin Arya Atti möchte mit dem Projekt auf die weltweite Unterdrückung der Frau und die zustehenden Rechte aufmerksam machen. Dafür steht auch das gewählte Motto „FRAUEN – LEBEN – FREIHEIT“ sowie der Titel „TANIT“, der dem Namen der Fruchtbarkeitsgöttin der Punier entspringt, einer Hauptgottheit Karthagos.

Neben Atti selbst stellen weitere syrische, ukrainische und marokkanische Künstler und Künstlerinnen aus: Yuiliay Rozentsveih, Olena Yushchenko, Julia Trembitska, Jalal Dada, Nada Zraidi, Rasha Deeb.

Bis zum 25. März 2023 ist die Ausstellung in den Räumen der Violett Kunstgalerie in der Königsgalerie Kassel, Obere Königsstraße 39 geöffnet.

Kinderbriefe aus der Ukraine: Violett Kunstgalerie eröffnet Ausstellung
Kinderbriefe aus der Ukraine: Violett Kunstgalerie eröffnet Ausstellung

Seit einem Jahr führt Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Viele Menschen haben furchtbare Verluste erlitten. Das Leben in dem umkämpften Land ist zur großen Herausforderung geworden. Auf den vielen Kundgebungen, die in diesen Tagen stattfinden, erfährt man viel Mitgefühl, aber auch Dankbarkeit derer, die ein neues Zuhause gefunden haben. Und doch bleibt da dieses dumpfe Gefühl durch die immerwährenden Schreckensnachrichten aus der Ukraine.

Die Violett Kunstgalerie hat sich diesem Thema angenommen. Bei der neuen Ausstellung „Kinderbriefe aus der Ukraine“ handelt es sich um Botschaften der Schwächsten und Schutzbedürftigsten, der Kinder. Viele kleine Kunstwerke sind entstanden. Sie handeln von Trauer, von Angst und Verzweiflung, von zerstörten Träumen und verlorener Kindheit. Der Blick fällt auf Gegensätze – früher und heute – hier das süße Leben und dort die gnadenlose Zerstörung. Die Bilder wirken tief und treffen den Betrachter, der sich auf die emotionale Fahrt einlässt, mit voller Härte. Einmal mehr wird der Wahnsinn des Krieges bewusst, aber hier geht es tiefer. Es sind die Kleinsten, die zu Wort kommen, diejenigen, die ein Anrecht auf eine harmonische und sorgenfreie Kindheit haben. Und dennoch, trotz aller Grausamkeit findet man auch hoffnungsvolle Töne und Träume von einer besseren Zukunft – Wünsche nach Frieden mit einer Leichtigkeit, wie sie vielleicht nur Kinder vermitteln können.

Die Ausstellung „Kinderbriefe aus der Ukraine“ ist geöffnet bis zum 1. März 2023. Die Räume befinden sich auf der oberen Ebene der Königsgalerie Kassel.

„On my way“ – Oksana Kyzymchuk eröffnet Ausstellung
„On my way“ – Oksana Kyzymchuk eröffnet Ausstellung

Die künstlerischen Ausrichtungen von Oksana Kyzymchuk sind vielfältig. Bekanntheit erlangte sie sowohl als Malerin, Bildhauerin sowie als Fotografin. Nicht zuletzt schrieb sie mit „Kindheit unter den Eichen“ eine umfangreiche Reportage, in das sie ihre berührenden Fotografien einfließen ließ. Mit dem Fotobuch dokumentiert sie das kulturelle Gefüge ukrainischer Ortschaften. Am Donnerstag eröffnete sie ihre Kunstausstellung mit vielen neuen Werken im Kunstinkubator am Königstor in Kassel.

Die Werke von Oksana Kyzymchuk sind komplex, farbenfroh und symbolisieren eine Form von Verbundenheit. „On my way“ heißt das neue Projekt und nicht nur mit der Titelgebung versinnbildlicht die Künstlerin ihre Besinnung auf den eigenen Weg. Oksana Kyzymchuk hat eine Veränderung durchgemacht, eine Art Neuausrichtung ihrer Werke. Sie schwimmt gegen den Strom und wendet sich von alltäglicher Nüchternheit ab. Ihre Bilder und Skulpturen wirken positiv, spirituell und manchmal fast verspielt. Beizeichnungen wie „Impressionen eines herrlichen Tages“ oder „Frühlingstanz“ unterstreichen die Eindrücke.

Die Ausstellung „On my way“ von Oksana Kyzymchuk ist bis zum 28. Mai Donnerstag bis Sonntag von 15.00 Uhr bis (mindestens) 18.00 Uhr in den Räumen des Kunstinkubators, Königstor 2, 34117 Kassel geöffnet.

Lichtinstallation: „Liebe mit sieben Herzen“
Lichtinstallation: „Liebe mit sieben Herzen“

Noch bis zum 1. Mai präsentieren dreizehn kurdische Künstlerinnen und Künstler im Rahmen der Ausstellung „HABU NABU“ (zu deutsch : „es war einmal“) in der Violett Kunstgalerie ihre Gemälde, Zeichnungen und Installationen, die eines gemeinsam haben: Sie alle sind inspiriert von Sagen, Mythen und Märchen entstanden.

Unter den Werken befindet sich auch die sehr eindrucksvolle Lichtinstallation „Liebe mit sieben Herzen“, die, untermalt von orientalischen Klängen, von einer Geschichte erzählt, in der ein Mädchen den Mann nicht nur mit ihrem einen Herzen, sondern mit sieben Herzen liebte. Diese tiefe Liebe symbolisiert die Künstlerin Arya Atti durch verschiedene Herzen, die von der Grundform bis anatomisch und abstrakt dargestellt werden. Das Licht bescheibt das tiefe Gefühl der Liebe, die Farben repräsentieren die Vielfältigkeit der Liebe.

Liebe mit sieben Herzen: Lichtinstallation: Arya Atti, Audioinstallation: Rawan Atti, Ausführung: Stefan Kemna

Violett Kunstgalerie feierte Finissage der Ausstellung „Habu Nabu“
Violett Kunstgalerie feierte Finissage der Ausstellung „Habu Nabu“

„Der Fuchs genannt Quatto“ ist eines von vielen kurdischen Märchen, die aktuell in der Violett Kunstgalerie in einer Symbiose aus Text und künstlerischer Darstellung verschmelzen. Überliefert wurden die Sagen von Khalisa Ali, einer Großtante der Galeristin Arya Atti. Es ist eine Geschichte über Strafe und Vergebung in einer Zeit voller Armut, die heute im Rahmen der Finissage der Ausstellung „Habu Nabu“ („es war einmal“) von Evelyn Helwig vorgetragen wurde. Helwig war ebenso für die Übersetzung des Gesamtwerkes „Märchen aus Kurdistan“ verantwortlich. Darum geht es in dem Text: Weil der Fuchs von einer armen alten Frau Ziegenbutter stahl und weitere schlimme Dinge tat, wurde er bestraft, empfand schließlich aber Reue und bekam die Gelegenheit zur Wiedergutmachung, die er auch ergriff. Wie bei den Märchen der Brüder Grimm findet man auch in den kurdischen Geschichten den typischen erzieherischen Charakter vor, weitere Texte stellen die Hoffnung in den Vordergrund, andere sollen Mut machen. Weil nun die alte Frau Ghee (geschmolzene, geklärte Butter) in ihren Quruf (Behältnis aus Schafsfell) füllte, findet man jene Parallelen auch innerhalb der Ausstellung wieder. Der Quruf ist sichtbar und die Ziegenbutter ist schmeckbar, kann also vor Ort mit Brot verkostet werden.

Eindrucksvolle Installationen

Unter den Werken befindet sich auch die eindrucksvolle Lichtinstallation „Liebe mit sieben Herzen“, die, untermalt von orientalischen Klängen, von einer Geschichte erzählt, in der ein Mädchen den Mann nicht nur mit ihrem einen Herzen, sondern mit sieben Herzen liebte. Diese tiefe Liebe symbolisiert Arya Atti durch verschiedene Herzen, die von der Grundform bis anatomisch und abstrakt dargestellt werden. Das Licht bescheibt das tiefe Gefühl der Liebe, die Farben repräsentieren die Vielfältigkeit der Liebe. Eine weitere Installation Attis besteht aus einem Gemälde mit einem schlafenden Mädchen, dessen buntes Kleid sich außerhalb des Bildes fortsetzt. Dem Mädchen wurden wohl Märchen vorgelesen, so hat es in den Schlaf gefunden. Der Stoff verkörpert die typische Kleidung der Frauen ihrer Heimat Syrien, erzählt die Künstlerin.

Lieder aus Mesopotamien

„Musik ist eine Weltsprache, die jeder versteht“, erklärte der Musiker Bülent Can, der zur Finissage kurdische Lieder und Melodien auf orientalischen Instrumenten spielte. Dazu wusste der Künstler auch einiges zu berichten. Manche Instrumente waren einst verboten, manche waren Instrumente von Philosophen und Vordenkern in alten Zeiten, andere erinnern an Gitarren und manche besitzen sogar die Klangfarbe eines Cellos. Mit Liedern des Friedens und der Gerechtigkeit entführte er die Zuschauer in weit entfernte Regionen des Zweistromlandes.

Bis zum 1. Mai hat man noch die Gelegenheit, die aktuelle Ausstellung „Habu Nabu“ in der Violett Kunstgalerie, Königsgalerie, Neue Fahrt, 34117 Kassel zu besuchen und mehr über die Werke der insgesamt 13 Künstlerinnen und Künstler sowie die Märchen zu erfahren. Ebenso ist das Buch „Märchen aus Kurdistan“ an dieser Stelle erhältlich.

The Travelling Art Gallery gastiert im ruruHaus
The Travelling Art Gallery gastiert im ruruHaus

Bereits zum 19. Mal zeigt „The Travelling Art Gallery“ Werke der aufstrebende Kunstszene Südafrikas, aktuell im ruruHaus. Bis zum 14. Mai werden hier die farbenfrohen und emotionalen Werke von 26 südafrikanischen Galerie-Künstlern ausgestellt. Parallel dazu finden im Hallenbad Ost sowie in der Alten Brüderkirche zeitgleiche Ausstellungen statt.

„Taking south african art to the world and inviting the world to south africa“ (Südafrikanische Kunst in die Welt tragen und die Welt nach Südafrika einladen) – unter diesem Leitsatz startete die Künstlerinitiative nach erfolgreichem Crowdfunding bereits 2018. Durch die regional sehr kurze Saison und dadurch, dass es für südafrikanische Künstler fast unmöglich sei, international Galerien zu finden, ist die Idee zur reisenden Kunstgalerie entstanden, erklärt die Sprecherin der Künstlerinitiative, Barbara Lenhard. Das Konzept: zehntägige Pop-Up-Ausstellungen südafrikanischer Kunst in immer anderen Städten. Angefangen hat man mit 11 Künstlerinnen und Künstlern, mittlerweile sind es 26 im Alter von 29 bis 62, die ihre Werke bei „The Traveling Art Gallery“ ausstellen.

26 Künstlerinnen und Künstler präsentieren starke und höchst emotionale Werke

Die Gemälde, die im ruruHaus ausgestellt werden, sind so facettenreich wie das Land, aus dem sie stammen. Der Künstler Riaan Van Zyl malt abstrakt mit Motorenöl oder gestampfter Kohle in schwarz-weiß. Es geht in seinen Werken immer um das Thema Bewegung. Er hatte mehr als 30 Einzelausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen national wie auch international. Sara Gaqa ist die einzige Künstlerin innerhalb der Ausstellung, die nicht in Südafrika geboren wurde, sie ist deutsch-iranischer Herkunft. Sie verliebte sich in einen südafrikanischen Mann, heiratete ihn und ist seitdem fasziniert von der Xhosa-Kultur, die sich auch in ihrer Kunst widerspiegelt. Sie zeigt in ihren starken Werken sehr eindrucksvolle „African Faces“. Edward Selematsela gründete in Johannesburg eine Kunstschule für benachteiligte Kinder. Seine Werke besitzen immer einen Afrikabezug und stellen oft Landschaften und das einfache Leben dar. Sarah Danes Jarrett sagt von sich selbst, sie tanze über die Leinwand. Ihre farbenfrohen Werke entstehen mit breiten Pinseln, mit denen sie über die ganze Leinwand malt. Die Konturen werden dann mit weißer Acrylfarbe gestaltet. Ihre Bilder sind stark und strotzen vor Energie. Cornè Therons Werken handeln von Individualität. Sie wirken verpixelt. Theron porträtiert in ihren Bildern oft Frauen, die sich unter Wasser befinden. „Ich experimentiere mit verschiedenen Glassorten als Filter, um meine Bilder zu erstellen. Ich liebe es, die Tatsache zu erforschen, dass unsere Augen nicht entwickelt sind, um unter Wasser zu sehen, weshalb die Bilder verschwommen sind“, erklärt die Künstlerin. Im Kontext steht bei ihr immer das Wasser als Metapher für unser Unterbewusstsein. Neben ihren Bildern im ruruHaus zeigt Cornè Therons aktuell ihre Ausstellung „Aqua“ im Hallenbad Ost.

„The Travelling Art Gallery“ findet bis zum 14. Mai täglich (außer montags) von 11-18 Uhr im ruruHaus, Obere Königsstraße 43, 34117 Kassel statt.

Ausstellung „Aqua“ im Hallenbad Ost
Ausstellung „Aqua“ im Hallenbad Ost

Wasser ist omnipräsent in Cornè Therons aktueller Ausstellung im Hallenbad Ost. Nicht umsonst trägt diese die Bezeichnung „Aqua“ (lateinisch für Wasser). Die Südafrikanerin porträtiert in ihren Bildern Frauen, die sich unter Wasser befinden. Die verpixelt wirkenden Gemälde machen einen abstrakten Eindruck. „Ich experimentiere mit verschiedenen Glassorten als Filter, um meine Bilder zu erstellen. Ich liebe es, die Tatsache zu erforschen, dass unsere Augen nicht entwickelt sind, um unter Wasser zu sehen, weshalb die Bilder verschwommen sind“, erklärt Theron, die sich selbst als zeitgenössische neo-optische Künstlerin bezeichnet. Im Kontext steht bei ihr immer das Wasser als Metapher für unser Unterbewusstsein. „Die Quellen unseres Einflusses und die Art und Weise, wie sie uns beeinflussen, was unsere Individualität und die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, anbelangt, motivieren meine Arbeit“, erklärt die Künstlerin weiter.

Die Ausstellung „Aqua“ findet bis zum 14. Mai täglich (außer montags) von 11-18 Uhr im Hallenbad Ost, Leipziger Straße 99, 34123 Kassel statt.

Ausstellung „Blickwinkel“ in der Alten Brüderkirche
Ausstellung „Blickwinkel“ in der Alten Brüderkirche

Im historischen Ambiente der Alten Brüderkirche stellen bis zum 14. Mai drei deutsche Künstlerinnen ihre Arbeiten aus. Der Titel „Blickwinkel“ bezieht sich zum einen auf die unterschiedlichen Ansätze, die Annette Werndl, Gabriele Middelmann und Petra van Husen für ihre Werke wählen. Außerdem werden die Perspektiven, die der Ausstellungsort auf die Kunstwerke bietet, mit der Titelgebung bezeichnet.

Annette Werndl und Gabriele Middelmann haben sich der abstrakten Malerei verschrieben. Werndl verfolgt dabei einen expressiven, farbenfrohen Stil, während Middelmann durch das Auftragen unzähliger Schichten ihren Gemälden eine ungewöhnliche Tiefe verleiht. Beide Künstlerinnen sind bereits lange etabliert und schauen auf viele Schaffensjahre zurück.

Petra van Husen verfolgt mit ihrer Fotografie einen ganz anderen Ansatz. Obwohl sie erst seit 2019 auf Ausstellungen vertreten ist, hat sie sich bereits einen Namen als Konzeptfotografin gemacht. „Nicht der Blick durch die Kamera verändert den Blick auf die Welt, sondern allein das bewusste Sehen, das dem Fotografieren voraus geht“, erklärt die Künstlerin.

Die Ausstellung „Blickwinkel“ findet bis zum 14. Mai täglich (außer montags) von 11-18 Uhr in der Alten Brüderkirche, 34121 Kassel statt.

Vernissage der Ausstellung „Metaphors“
Vernissage der Ausstellung „Metaphors“

Bei Print und Rahmen am Königstor feierten die Künstlerinnen Aliaa Aboukhaddour und Christiane Hamacher am Freitag Vernissage ihrer gemeinsamen Ausstellung „Metaphors“. Gezeigt werden Aboukhaddours Gemälde, Zeichnungen und Illustrationen und auf der anderen Seite Hamachers eindrucksvollen Fabelwesen aus Keramik.

Aliaa Aboukhaddour fühlt sich als Künstlerin und Illustratorin, erzählt sie. Gelernt hat sie Malen und Zeichnen, versucht ihr Können aber permanent zu verfeinern und verbessern. Ihre früheren Arbeiten waren explizit schwarz-weiß, mit einem Hauch von Farbe. Seit drei Jahren arbeitet sie nun mehr mit Farben. Sie habe ihre Phobie bewältigt aufgrund von Auftragsillustrationen, erklärt sie, häufig werden hier intensive Farben verlangt. Aboukhaddor sieht sich als eine Art Problemlöserin. Sie schafft es, Texte und Gedanken, egal, ob kompliziert oder politisch, in ein Bild zu übertragen. „Ich bin sozusagen eine Übersetzerin. Mein Vater war Schriftsteller und Übersetzer. Das hat mich beeinflusst.“

Die Leidenschaft für ihre filigranen Porzellanarbeiten wurde geweckt, als sie von einer Freundin mit Porzellan versorgt wurde, um ein Geschenk zu modellieren, erklärt Christiane Hamacher. Das Material faszinierte sie und eröffnete ganz neue Möglichkeiten. Ihre Inspiration kommt von überall, erklärt die gelernte Holzbildhauerin, sie verarbeitet oft Alltägliches in ihren Werken. Die Gemälde von Hieronymus Bosch und die Interpretation dahinter, zum Beispiel der mittelalterliche Glauben, dass in der Hölle keine Ordnung existiert, üben eine ganz besondere Faszination auf sie aus. Diese „Unordnung“ führte sie zur Mischung von Tier und Mensch und der Kreation jener Fabelwesen.

Die Ausstellung „Metaphors“ findet bis zum 30. Juni bei Print und Rahmen, Königstor 52, 34117 Kassel statt.

„Vom Reisen“ – Ausstellung im Kunstbalkon eröffnet
„Vom Reisen“ – Ausstellung im Kunstbalkon eröffnet

Am Mittwoch feierten Christiane Hamacher und Helmut Werres Vernissage ihrer gemeinsamen Ausstellung „Vom Reisen“. Im Kunstbalkon in Kassel zeigen die beiden Künstler ihre unterschiedlichen Herangehensweisen an ein verwandtes Thema, denn beide Werkgruppen entstanden auf Zugfahrten und Reisen. Die Ausstellung wurde von Jörn Budesheim als Kooperationsprojekt der Produzentengalerie Kunstbalkon Kassel und des Kunstvereins Eulengasse in Frankfurt eröffnet.

Vor etwa 25 Jahren reiste Christiane Hamacher durch Norddeutschland. Dort entdeckte sie windschiefe Bäume, die sich wie eine Handschrift zu Baumreihen fortsetzten. Von diesem Naturschauspiel tief beeindruckt, beschloss sie, es mit der Kamera festzuhalten. In den darauffolgenden Jahren ist schon fast eine Obsession daraus entstanden, wie sie sagt. Seitdem fotografiert Hamacher Baumreihen, die auf den ersten Blick zwar ähnlich aussehen, bei genauerem Hinsehen aber manchmal wie aneinandergereihte Perlen oder auch wie Notenkonstrukte aus einer verzweigten Melodie anmuten. Dadurch, dass sie analog fotografiert, entstehen – je nach Film – interessante Farbeffekte. Die Ergebnisse zeigt sie in kleinformatigen Serien.

Der Zug zeichnet mit

Helmut Werres zeigt seine „Reisezeichen“. Das sind abstrakt wirkende Zeichnungen auf dünnem, großformatigem Papier, die ausschließlich auf seinen Zugreisen entstehen. Auf der Hinfahrt zeichnet er die Vorderseite, auf der Rückweg die Rückseite, erklärt Werres, der als freischaffender Künstler in Frankfurt tätig ist. Das Papier, auf dem er mit Geltintenstiften zeichnet, ist sogenanntes japanisches Washipapier, hauchdünn und trotzdem sehr strapazierfähig und faltbar. Durch die Faltung ergibt sich ein gewollter Effekt, denn die Linien drücken sich durch und es entstehen im Endeffekt mehrere Zeichnungen. Für Landschaftszeichnungen fährt ein Zug zu schnell, außerdem wären die Zugbewegungen dafür hinderlich. Werres lässt den Zug „mitzeichnen“, so entstehen eindrucksvolle visuelle Fragmente. Der Künstler präsentiert die wie an einer Oberleitung der Bahn hängenden Werke mitten im Raum das Kunstbalkons.

Eisenbahnräder, die über Schienen rollen

Um das Thema der Ausstellung akustisch zu unterstreichen, entlockte der Soundspezialist Joachim Gückel während der Vernissage einem alten analogen Synthesizer Töne und Geräusche, die erinnert haben an große Motoren und den Klang, wenn Eisenbahnräder über Schienen rollen, an die Vibration großer Maschinen und das Rauschen, wenn die Luft durch das halboffene Fenster eines Zugabteils eintritt. Visuelle Eindrücke „Vom Reisen“ findet man bis zum 29. Mai im Kunstbalkon, Frankfurter Straße, 62, 34121 Kassel.

Galeriefest in Kassel eröffnet
Galeriefest in Kassel eröffnet

Auch 2023 sind Besucher:innen wieder eingeladen, sich im Rahmen des Galeriefests, über das gesamte Stadtgebiet Kassels zu bewegen und dabei räumliche Interventionen und Ausstellungen sowie Veranstaltungsorte zu entdecken.

Die Initiator:innen vom Verein „Südgalerien e. V.“ bespielten 2013 erstmals die Südstadt mit dem Galeriefest Kassel. Daraus ist die jährliche Aktivierung hunderter Kunst- und Kulturbegeisterter sowie verschiedener Stadtteile Kassels mit dem Schwerpunkt auf der Kasseler Südstadt gewachsen. Seitdem hat sich das Galeriefest zu einem festen Bestandteil der Kasseler Kulturlandschaft etabliert. Junge Kunstschaffende und Kulturproduzent:innen erhalten eine Plattform, um ihre Werke zu präsentieren und sich mit Impulsen zu aktuellen Diskursen einzubringen.

Verschiedene Ausstellungsorte im Kasseler Stadtgebiet werden auch 2023 wieder in eine Ausstellungsszenografie integriert, die ein breit gefächertes Publikum ansprechen wird. Eine Mehrheit der Ausstellungsorte befindet sich in der Kasseler Südstadt mit der Frankfurter Straße als pulsierendem Zentrum der Kasseler Kunstszene. Dazu ergänzend wird auch dieses Jahr der Schulterschluss zur Innenstadt, dem Kasseler Norden und den Museen oberhalb des Weinbergs geschaffen.

Angelehnt an das 11-jährige Jubiläum des Galeriefests Kassel werden über 14 Tage hinweg Aktivierungen im Stadtraum in Form von Ausstellungen und ein 11-tägiges Rahmenprogramm stattfinden. Unter dem Titel „everchanging“ wird ein Fokus auf die Entwicklung des Galeriefests, Probleme und Chancen im kulturellen Sektor und strukturelle und persönliche Faktoren gelegt. Dabei sollen auch Arbeitsprozesse und die damit verbundenen Machtpositionen reflektiert werden.

Weitere Informationen zum Galeriefest sowie zum Programmablauf: www.galeriefest-kassel.de

Führung durch das Galeriefest
Führung durch das Galeriefest

Im Rahmen des Galeriefestes werden einige Führungen angeboten, bei denen man seine Eindrücke vertiefen oder neue Erkenntnisse über Kunstwerke und die Beweggründe der Künstler erfahren kann.

Kunst ist universell. Kunst weckt Begeisterung, aber sie kann auch aufrütteln und Themen behandeln, vor denen man sich häufig verschließt. Kunst berührt auf vielfältige Art. Ich lasse mich darauf ein und betrachte im Modehaus Sinn starke und farbenfrohe Gemälde des Ateliers Farbentänzer und der Baunataler Diakonie Kassel, gehe weiter und gerate in blattloses Gehölz, abgebildet auf großen, von der Decke hängenden Bannern. Daneben ein weiteres Bild aus dem Gesamtwerk „Die Natur stört ja nie“ von Anja Vogel, das einen Wald so darstellen soll, wie er durch den Klimawandel in knapp einhundert Jahren aussehen könnte. „Unerwartet üppig“, denke ich mir. Trotzdem beschleicht mich zwischen Vogelgezwitscher und Plastikpflanzen ein bedrückendes Gefühl. Der gut einstündige Rundgang wird geleitet von Lis Nachtigal, die bereits zur documenta durch die Ausstellungen führte. Wir gehen weiter zur Grimmwelt. Doch zuvor lasse ich mich noch von einem Bild des Fotokünstlers Huizi Yao verwirren, das im Schaufenster des Modehauses hängt. Drei Beine zeigt das Werk, wobei das dritte einfach nicht passt und einen verdrehten Eindruck macht.

Ein bedrohlich wirkendes Animationsvideo von Husein Bastouni wird im Untergeschoss der Grimmwelt gezeigt. Es behandelt Terror, Flucht, Überlebenkampf und die Beeinflussung des Inneren durch äußere Umstände. „Dieser Mensch will nur dieses eine Leben leben und etwas erreichen, aber dieses Leben ist nicht einfach und wird seine Grenzen durch harte Zeiten wie Krieg, Armut und Leid testen. Dennoch will dieser Mensch für ein besseres Leben kämpfen, egal was passiert“, schreibt der in Syrien geborene Künstler über seinen Kurzfilm „Go to hell für heavens sake“. Gleich daneben werden farbig lackierte Gehölze ausgestellt. Aber das eigentliche Kunstwerk, das hier im Fokus des Galeriefestes gezeigt wird, befindet sich direkt davor, in Form eines Aufstellschildes. Wo man nun eigentlich die Warnung über einen frisch gereinigten Boden erwartet, schreibt Künstler Cem A: „MAYBE THE REAL ART IS THE FRIEND WE MADE ALONG THE WAY“ – (Vielleicht ist die wahre Kunst der Freund, den wir unterwegs gefunden haben). Gleiches Schild findet man auch im Vorraum der Toiletten. Der Künstler greift damit an völlig unerwarteten Orten in die Dauerausstellung der Grimmwelt ein. Ausgangspunkt der Installation sei die documenta 15, schreibt Cem A. Er betont die Nachwirkungen der Ausstellung und die anhaltende Präsenz der Künstlerinnen und Künstler in Kassel.

Im Museum für Sepulkralkultur zeigt Johanna Brummack das 15-minütiges Video „Tangible Intangible“, das sich mit starken Bildern auf drei Screens einem schwierigen Thema widmet. Es geht um traumatische Verletzungen, um posttraumatische Belastungsstörung, um die Auswirkungen und die Wahrnehmung von Körper, Raum und Zeit. Die Künstlerin interviewt Menschen mit Traumaerfahrung, unter anderem auch ihre Mutter, die als Traumatherapeutin tätig ist. Diese arbeitet mit Touch Trains, einer nonverbalen Therapiemethode, die die Möglichkeit bietet, über die eigene Bewegung und die Arbeit mit Tonerde zu einer Stabilisierung und inneren Stärke zu gelangen. Teil der Installation sind auch die im Raum ausgelegten Sitzkissen, auf denen einzelne Videosequenzen dargestellt sind, um die visuelle Sprache des Films in den dreidimensionalen Raum zu übertragen.

Informationen zum Galeriefest sowie zum Programmablauf: www.galeriefest-kassel.de