„Wer könnte die neue Hammond besser einweihen als die Meisterin an der Orgel?“ Mit diesem Satz kündigte Theaterstübchen-Chef Markus Knierim die Musikerin an und stellte gleichzeitig die kürzlich angeschaffte Hammond B3 von 1956 vor. Damit war für viele ein Highlight des JazzFrühlings eingeläutet.

Kassel. Ihre Finger tanzten nur so über die Tasten und die Füße über die Pedale. Aus der alten Hammond holte sie den Blues, den Jazz und ließ die Melodien richtig grooven. Barbara Dennerlein ist stets bemüht, die Symbiose von Moderne und Klassik zu verwirklichen. Unterstützt wurde sie von US-Amerikaner Drori Mondlak am Schlagzeug. Man hätte mit diesem Konzert wahrscheinlich auch weitaus größere Säle füllen können, die Veranstaltung war bereits im Vorfeld komplett ausverkauft. Eine Abendkasse gab es am Mittwoch nicht mehr.

Barbara Dennerlein spielt eigentlich schon ihr ganzes Leben. 1964 geboren, sammelte sie bereits im Alter von elf Jahren ihre ersten Erfahrungen an der Heimorgel. Schon bald bekam sie ihre erste Hammond B3 und begann selbst zu komponieren. Der „Orgel-Tornado aus München“, wie sie in den 80ern häufig genannt wurde, bekam erste Auftritte in Clubs und fing 1984 mit Produktionen für ihr eigenes Label „Bebab Records“ an. Ab 1994 setzte sie sich mit der Kirchenorgel auseinander und gab in den Folgejahren einige Konzerte. 2002 entstand ein Album, welches sie an der Goll-Orgel St. Martin in Memmingen einspielte. Mit Größen wie Jürgen Seefelder, Peter Herbolzheimer und Friedrich Gulda hatte sie bereits Ende der 80er Bandprojekte und Kooperationen. Weiterhin spielte sie mit den Jazzmusikern Ray Anderson, Randy Brecker, Dennis Chambers, Roy Hargrove, Mitch Watkins und Jeff Tain Watts.