Gestützt auf eine überragende Defensivleistung kam die MT Melsungen im Nachholspiel des 8. Spieltages zu einem in dieser Höhe kaum erwarteten 31:21 (16:10)-Erfolg gegen FRISCH-AUF! Göppingen. Vor restlos begeisterten 3.032 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle brauchten die Nordhessen knapp mehr als zwanzig Minuten, um sich auf die Gäste einzustellen. Dann zündete das Tempospiel und wurde Göppingen förmlich überrollt. Johannes Sellin und Momir Rnic (Hartung-Foto) waren je sechsmal erfolgreich, für Göppingen erzielten Felix Lobedank und Zarko Sesum als beste Werfer je vier Tore.

Mit einer konzentrierten und vor allem effektiven Arbeit in der Defensive legte die MT den Grundstein für einen starken Auftakt. Gleich der erste Gästeangriff endete im passiven Spiel ohne echte Wurfchance, der zweite Versuch von Michael Kraus wurde eine Beute von Johan Sjöstrand. Auf der anderen Seite machten Momir Rnic und Johannes Sellin kurzen Prozess: nach drei Minuten führten die Gastgeber mit 2:0. Weil nur Felix Lobedank zweimal Sjöstrand bezwingen konnte und auf der anderen Seite Momir Rnic gegen seine ehemalige Mannschaft nicht zu bändigen war, bauten die Gastgeber ihren Vorsprung auf 5:2 aus (8.).

Bei diesem Abstand pendelte sich die Partie ein. Weil sich die Bartenwetzer vorn einige Flüchtigkeitsfehler leisteten und Pech mit Abprallern hatten, dafür aber hinten einen stabilen Riegel aufbauten, an dem sich die Schwaben die Zähne ausbissen. Mehrfach wurden Würfe aus dem Rückraum geblockt. Dennoch schafften es die Schwaben, auch über eine Abwehrumstellung auf eine offensivere Variante, wieder Anschluss zu finden. Es waren vor allem die Halbspieler Felix Lobedank und Zarko Sesum, die Göppingen im Spiel hielten (10:9, 22.).

Hatten die Gäste anfangs noch Erfolg mit ihren Bestrebungen die Partie langsam zu machen, fanden die Rot-Weißen immer besser zu ihrem Tempospiel. Einen Traumpass von Johan Sjöstrand zum Gegenstoß verwandelte Johannes Sellin zum 12:9, Timm Schneider erhöhte per Schlagwurf auf 13:9 (26.). Einmal im Lauf, ließen sich auch Michael Müller, Michael Allendorf und Felix Danner nicht lange bitten und bauten den Vorsprung bis zur Pause auf beruhigende sechs Treffer aus.

Weil Niclas Barud noch in der ersten Hälfte für sein Foul am Torschützen Danner eine Strafe kassiert hatte, starteten die Gastgeber in Überzahl in die zweite Hälfte. Ohne daraus Kapital schlagen zu können, weil Rnic per Siebenmeter an Daniel Rebmann scheiterte. Dennoch legte Michael Müller nach und überstand die MT anschließend eine Unterzahl, als sein Bruder Philipp auf die Bank musste. Erst nach weiteren vier Minuten gelang Zarko Sesum der nächste Treffer der Partie: 17:11 (36.).

Es blieb eine umkämpfte Begegnung in dieser zweiten Halbzeit, die von ganz starken Abwehrreihen geprägt war. Die Vorteile lagen dabei jedoch auf Seiten der Nordhessen, die es mit ihrer deutlichen Führung im Rücken einfacher hatten. Da gelangen dann auch kleine Zaubereien wie Timm Schneiders 20:13 trotz härtester Bedrängnis und einem Gegner, der mit vollem Gewicht am Wurfarm hing. Oder der anschließende nächste Traumpass von Sjöstrand auf Sellin, den der zum 22:14 veredelte (43.).

An einem Erfolg des Tabellendritten zweifelte zu diesem Zeitpunkt bereits niemand mehr. Dazu waren die Melsunger vor allem in der Defensive an diesem Abend zu stark. Göppingen durfte sich beim starken Daniel Rebmann bedanken, dass das Ergebnis nicht noch klarere Ausmaße annahm. Alles verhindern konnte aber auch er nicht. Philipp Müllers Wurf parierte er zwar glänzend, gegen Johannes Sellins Nachwurf war er dann aber auch machtlos. Ebenso wie gegen Jeffrey Boomhouwer nach dem nächsten langen Sjöstrand-Zuspiel (27:19, 50.).

Schon fünf Minuten vor dem Abpfiff erhoben sich die Fans in der Rothenbach-Hall von ihren Plätzen und gaben ausgiebig stehenden Applaus. Der galt dann auch René Villadsen, Christian Hildebrand und Jan Forstbauer, die noch ran durften. Am klaren Sieg änderte das Durchwechseln auf dem Feld indes nichts mehr. Auch wenn Daniel Fontaine für doppelte Schadensbegrenzung sorgte und das Melsunger Angriffsspiel nicht mehr ganz so koordiniert ablief wie zuvor. Jan Forstbauer hätte sich um ein Haar über den letzten Treffer des Abends freuen dürfen, weil Marcel Schiller einen Strafwurf fünf Sekunden vor Ultimo über die Latte setzte. Doch Philipp Müller gelang das Kunststück, mit dem Schlusspfiff noch ein weiteres Mal einzunetzen und den Kantersieg gegen Europacup-Teil-nehmer Göppingen perfekt zu machen. (pm)