Kassel. In den 80ern gehörten sie zu den angesagtesten Bands der Region. Knapp zehn Jahre tourten sie durch die Clubs und Hallen der Republik. Am Samstag standen sie erstmals nach 20 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne.

Dabei trafen sich die sieben Musiker nur im Übungsraum, um für ein Geburtstagsständchen für ihren damaligen Mischer zu proben. Es stellte sich heraus, dass noch nahezu das gesamte Programm vorhanden war und genauso viel Spaß machte wie früher. Folglich arbeitete man auf das erste öffentliche Konzert hin.

Dass dieses wie eine Bombe einschlug, hatte wohl niemand erwartet. 165 Gäste – davon wohl einige alte Fans – und ein fast ausverkauftes Konzert im Kulturzentrum Schlachthof, davon träumen viele aufstrebende Bands.

Funky, groovy, rockig – sie können es noch

Superstition spielen fast ausschließlich eigene Songs. Im Schlachthof-Set befinden sich gerade einmal vier Covertitel. Rhythmus, der in Beine und Arme geht, rockige Gitarrenparts und Stephie Helbigs eingehender Gesang vereinen sich zu groovigem Sound – Funk’n’Roll wie er sein soll.

Politische Texte spielen eine große Rolle. Mit „Attentate, Terrorismus, Bombenleger“ wird der Song „Changes“ angekündigt. Helbig hat ihn während ihres Politikstudiums geschrieben. „Africa“ wurde sogar schon einmal von einer anderen Band gecovert. Etwas ruhiger wird es zum Ende des ersten Sets mit „No turning back“. Es folgen Charles Bukowski „Mr. B“ und Namensgeber „Superstition“. Eine Zugabe kommt so selbstverständlich wie der verdiente Applaus.