Kassel. Vor einigen Wochen sprachen wir mit Videothekar Eckhard Baum. Er erzählte uns von den weiteren Plänen für seinen Film-Shop in der Erzberger Straße, den er bereits seit 42 Jahren betreibt und der als weltälteste Videothek seinen Platz im Guinness-Buch der Rekorde hat. Jetzt ließ der Verein Randfilm e.V. verlauten, dass die Übernahme und Weiterführung der Videothek in trockenen Tüchern sei.

Der Gruppe Randfilm existiert bereits seit 5 Jahren, seit 2 Jahren als eingetragener Verein. Als Ziel haben sich die Mitglieder gesetzt, die Filmkultur zu fördern in ihrer gesamten Breite, besonders die abseitige Filmkultur. Das Randfilmfestival, das jährlich ausgerichtet wird, hat sich bereits als zweites Filmfestival in Kassel fest etabliert.

Die Idee, den Film-Shop zu übernehmen, sei schnell gereift, nachdem man gehört hatte, dass Eckhard Baum den Videothekbetrieb aufgeben wollte, erklärt uns Christoph Langguth, einer der Organisatoren. „Wir von Randfilm e.V. sind alle mit Videotheken groß geworden. Hier haben wir unsere Filmleidenschaft entdeckt. Wir gehen gerne in Videotheken und unterhalten uns mit den Videothekaren und anderen Filmfreaks, gehen durch die Regale und stöbern. Wenn die weltälteste Videothek droht zu sterben, schreiten wir ein.“ Um die Rettung zu realisieren, wurden einige Projekte ins Leben gerufen, unter anderem ein Crowdfunding. „Die Idee dahinter war, das Erbe, das uns Ecki hinterlässt, abzulösen und mit der Zahlung einer entsprechenden Summe den Filmbestand zu übernehmen. Das haben wir über das Crowdfunding nicht geschafft.“ Dadurch, dass die Vermieter und Eckhard Baum dem Verein entgegen kommen und Unterstützung auch noch von anderen Seiten kommt, kann die Videothek zum 1. November dennoch übernommen werden. „Die Baums überlassen uns den Bestand als Dauerleihgabe von einem Jahr, um ihn über einen längeren Zeitraum ablösen zu können. Dafür brauchen wir Unterstützer, die uns dabei unter die Arme greifen“, Langguth weiter.

Alte Videothek mit erweitertem Konzept

Neben dem regulären Betrieb der Videothek werden die Räume zum Veranstaltungsort. Denn das Konzept werde um Konzerte und Lesungen erweitert, erklärt der neue Videothekar. „An dem Videothekenbetrieb wird sich nichts ändern, es wird weiterhin Raritäten und Neuheiten geben. Auch die Preise werden gleichbleiben, ebenso wie die Öffnungszeiten.“ Lediglich einige Umbauten seien in Planung. Eine davon ist, den großen Raum für die geplanten Veranstaltungen umzugestalten, damit dort neben Verleih auch Konzerte stattfinden können. „Wir wollen einen Kulturort schaffen, der ganz vielseitig bespielt wird.“ Die ersten Veranstaltungen sind bereits in Planung.

Auch wenn die Videothek in neue Hände geht, wird der alte Betreiber Eckhard Baum weiterhin regelmäßig hinter dem Tresen stehen. Christoph Langguth: „Man kann den Raum übernehmen, aber die Seele soll ja auch erhalten bleiben und das ist nunmal Eckhard Baum. Solange er noch will und kann ist er hier herzlich willkommen.“

Jetzt will man sich erstmal auf den 28.10. konzentrieren. „Eckis letzter und gleichzeitig erster Tag“ soll gebührend gefeiert werden. Dazu sind alle eingeladen.

Weitere Informationen: www.randfilm.de