Der amerikanische Jazz-Trompeter Roy Hargrove war erst 19 Jahre alt, als er 1989 sein erstes Album „Diamond in the Rough“ veröffentlichte. Seitdem hat er sich ein breites musikalisches Spektrum erschlossen. Mit seinem Quintett entführte der Texaner am Dienstagabend die zahlreichen Besucher des Theaterstübchens auf die rhythmischen Wege des Hard-Bop-Erbes.

Stilistische Seitensprünge sind ein Markenzeichen des Weltklassetrompeters Roy Hargrove. Zwischen 2003 und 2006 unternahm er mit seinem Projekt RH Factor ein solches Groove-Experiment und wurde sogar von eingefleischten Jazz-Fans gefeiert. In seiner mittlerweile umfangreichen Diskografie befinden sich auch Kuba-Experimente, Bigband-Projekte und etliche Platten, die knietief im Soul, Funk und HipHop wurzeln. Trotzdem zeigt er seine tiefe Verbundenheit mit dem Jazz und schlägt immer wieder konventionelle Wege ein.
“Ich habe den Anspruch, dass jede meiner Platten auf gewisse Art und Weise ein Ereignis wird, und ich würde mich sehr freuen, wenn die Hörer sich auch rückblickend noch an meine jeweilige Musik erinnern können. Ich versuche jedenfalls nicht, das gleiche bewährte Muster ständig zu wiederholen”, sagt Hargrove in einem Interview.
Eine große Konstante in Hargroves Werk ist sein Quintett geblieben, mit dem sich der Trompeter immer wieder sehr kreativ und mit einer verblüffenden Eleganz mit dem Erbe des Hard-Bop beschäftigt.