Zur dritten Auflage von „Die Schwalm Rockt“ hat Veranstalter Thorsten Laabs die erfolgreichste britische Band der 70er nach Nordhessen geholt: Slade. Support bekamen die Altrocker von der Steven Stealer Band sowie den Newcomern von Cats On Barstools.

Mit etwa 45 Minuten Verspätung öffneten sich die Tore der Kulturhalle in Schwalmstadt-Ziegenhain, was aber nicht weiter schlimm war, bei herrlichstem Sonnenschein verweilten die ersten Besucher des Schwalmevents gerne etwas länger unter freiem Himmel.
Ebenso verspätet begann die erste Band „Cats On Barstools“, die aber auch erst sehr kurzfristig als Opener für die eigentlich angekündigte Vorband eingesprungen war. Dass die drei jungen Schwalmstädter Johannes Dippel, Tobias Maus und Ina Möller noch recht wenig Bühnenerfahrung haben, machten sie mit einem symphatischen und erfrischendem Auftritt wett.
Die Steven Stealer Band genießt in Nordhessen einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Und das merkte man nicht zuletzt daran, dass die bis dahin überschaubare Besucherzahl nun schlagartig anstieg. Merkbar eng wurde es vor der Bühne, als nach kurzer Umbauphase Sänger Mike Gerhold zum Mikrofon griff und Evergreens wie „Born To Be Wild“ und „Summer Of 69“ zum Besten gab. Wie gewohnt druckvoll sowie stimmlich und instrumental auf den Punkt gebracht spielte das Sextett um Gründer Jürgen Stieler ein abwechslungsreiches Programm mit Hits von Phil Collins bis zu den Scorpions. Mit dem Sweet-Titel „Love Is Like Oxygen“ haben sie wohl auch den letzten Glamrocker unter den über 500 Besuchern begeistert und für den Hauptact des Abends eingeheizt.
Von den Slade-Gründungsmitgliedern sind noch heute Dave Hill (Gitarre) und Don Powell (Schlagzeug) dabei. Besonders beeindruckt hat dabei Dave Hill, der immer noch so eine unglaubliche Bühnenaktivität wie in den 70ern besitzt. Ergänzt werden die Musiker seit 2003 von John Berry am Bass sowie seit 2005 von Mal McNulty an der Gitarre.
Auch Musiker kommen irgendwann mal in die Jahre und sind somit stimmlich nicht mehr ganz so filigran wie zu Jugendzeiten. Das kann man auch mit höherer Lautstärke nicht überdecken. Aber was letztendlich zählt, ist das Gefühl, was dem Publikum vermittelt wird. Und diese Botschaft kam an: Die vier Entertainer verstehen es, authentisches 70er-Feeling aufkommen zu lassen. Zahllose Glamrock-Fans sangen Hits wie „Far Far Away“, „My Oh My“ und „Everyday“ lautstark mit. Begeisterung war in viele Gesichter geschrieben. Ja, da auf der Bühne stehen die Helden einer ganzen Generation. 17 Songs aus ihrem fast 50 Jahre altem Repertoire spielten die Stimmungsmacher an diesem Abend. Ganz untypisch für diese Jahreszeit verabschiedete sich das Ensemble nach etwa zwei Stunden mit „Merry Xmas Everyone“. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. „Die 70er sind heute.“