Kassel. „Eine große Lücke wird mit dem Wiederaufbau des Bergfrieds geschlossen“, sagte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein während der Zeremonie zur Grundsteinlegung. 30 Millionen Euro investiert die Landesregierung in den Bergfried und die Instandsetzung der Burg. Das Projekt gehört zu den anspruchvollsten Arbeiten bei der Neugestaltung des Bergparks Wilhelmshöhe.

Nach den urspünglichen Plänen werde die Burgarchitektur angelegt, erklärte Minister Rhein weiter. „Deswegen haben wir für die Sanierung der Löwenburg rund 30 Millionen Euro eingeplant – 28 Millionen für den Bergfried und zwei Millionen für die Außenanlagen der Löwenburg.“

Verschiedene Bereiche der im 18. Jahrhundert erbauten pseudomittelalterlichen Burg fielen dem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg zum Opfer. Der Verbindungs- und Küchenbau konnte in den vergangenen Jahrzehnten wiederhergestellt werden. Der Bergfried fehlt bis jetzt. Eine große Herausforderung bei der Planung des Neubaus war das Material: Da der erforderliche Tuffstein nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, entwickelte eine Gruppe von Fachleuten einen Kunsttuffwerkstein, der dem originalen sehr nahe kommt. Jeder Stein ist ein Unikat und hat bereits bei der Planung einen festen Platz im Turm. Über drei Jahre werden für den Aufbau eingeplant.

„Die Grundinstandsetzung und der Wiederaufbau des Bergfrieds der Löwenburg ist eines der Herzstücke der Neugestaltung der Museumslandschaft Hessen Kassel. Die Neuordnung dieser Museumslandschaft – ein einmaliges Ensemble von kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen – in das ehrgeizigste Kulturinvestitionsvorhaben in Hessen. Für dieses Projekt stellt die Hessische Landesregierung 200 Millionen Euro zur Verfügung“, so Minister Boris Rhein abschließend.