Der Kulturförderpreis 2016 der Stadt Kassel wurde am Sonntag im Schauspielhaus an die drei Preisträger, den „Raum für urbane Experimente“, das Studio Lev Kassel e. V. sowie die Vereine Bücherei Kirchditmold und Stadtteilbücherei Fasanenhof, vergeben. Die drei Kulturförderpreisträger erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro.

Die Entscheidung für die Preisträger sei in diesem Jahr nicht schwer gefallen, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen während seiner Ansprache. Man müsse noch mehr Menschen für Kultur begeistern, betonte er und bat darum, sich einzubringen. Der Kulturförderpreis der Stadt Kassel wurde auf Initiative der Kunst- und Kulturkommission im Jahr 1987 gestiftet. Über die Vergabe entscheidet der Magistrat der Stadt Kassel auf Vorschlag der kulturpolitischen Sprecher aller Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis wird jährlich ohne Beschränkung auf eine bestimmte Kunstrichtung an drei Preisträger verliehen, die Künstlerinnen und Künstler, Kulturinitiativen und Kulturprojekte sein können.

Die Vereine Bücherei Kirchditmold und Stadtteilbücherei Fasanenhof wurden prämiert „für die Erhaltung und Fortführung der Stadtteilbibliotheken unter großem ehrenamtlichen Engagement und für die Belebung eines wichtigen Kulturorts, der zum sozialen Zusammenhalt eines Stadtteils und dessen Bewohnerinnen und Bewohnern beiträgt.“ Schauspielerin Sabine Wackernagel unterstrich in ihrer Laudatio den zukunftsweisenden Weg der Bücherei-Vereine und betonte, dass diese nicht mehr wegzudenkenden Institutionen zu einem kulturellen Treffpunkt geworden seien. Gegründet wurde der Verein „Bücherei Kirchditmold e.V.“ 2013 und der Verein „Stadtteilbücherei Fasanenhof e.V.“ 2014.

Das Studio Lev Kassel e.V. erhielt den Preis „für das Angebot von musikalischen Kreativ-Laboren unter Anleitung von Profis, innerhalb derer sich Jugendliche in den Darstellenden Künsten sowie angewandten bühnennahen Disziplinen erproben und verwirklichen können.“ Laudator Philipp Rosendahl vom Staatstheater lobte die Initiative, junge Menschen zusammenzubringen und für das Theater zu begeistern. Das Studio Lev wurde 2009 von Kunsthochschul-Absolventen/innen gegründet.

Der „Raum für urbane Experimente“ wurde ausgezeichnet „für die künstlerische Nutzung und Wandlung der Unterführungen am Weinberg und am Holländischen Platz zu Kassels ersten street art-Galerien. An beiden Orten entstanden öffentliche kulturelle Zonen, die in besonderer Weise Künstlerinnen und Künstler, Quartiersbewohner und junges Publikum zusammenführen.“ Dies unterstrich Professor Joel Baumann von der Kunsthochschule in seiner Laudatio. Er bezeichnete den „Raum für urbane Experimente“ als exklusives künstlerisches Projekt. 2013 gegründet, setzt sich das Team aus jungen Künstlern, Stadtplanern und Produktdesignern zusammen.