Irgendwo zwischen Polka und Bluegrass, Revue und Spiritual sind The Great Bertholinis angesiedelt. Im Rahmen ihrer CD-Release-Tour stellten sie am Donnerstagabend ihr viertes Album „Brothers & Devils“ im Kulturzentrum Schlachthof vor.

Voll ist es auf der Schlachthof-Bühne. Zwischen Kontrabass, Keyboard, Lapsteel, zahlreichen Gitarren, Ukulele und Banjo, Blasinstrumenten, Schlagzeug und weiterem Handwerkszeug suchen sich die sieben Bertholinis ihre Plätze. Die Musiker aus Nürnberg, die nach eigenen Angaben einer alten ungarischen Künstlerfamilie entstammen, beginnen ohne Umschweife mit den Songs „Blind & Toothless“ und „The Reddest of the Lights“ von ihrem aktuellen Album. Es fällt schwer, ihre Musik irgendwo einzuordnen, das ist wahrscheinlich auch so gewollt. Von folkigen Klängen bis zum experimentellen Beatles-Sound – die Bertholinis ziehen alle Register. Schlag auf Schlag und ohne lange Vorrede kommen die Songs. Die Musiker um die beiden Frontmänner Steffen „Todor Bertholini“ Zimmermann und Özgür „Oszkár Bertholini“ Kantar, die auch die Songs schreiben, schaffen den Spagat zwischen Polka und Rock, verzaubern mit einem Schuss Zirkusluft, überzeugen durch herausragende Qualität und bringen das alles absolut stimmig unter einen Hut. Das Ensemble garantiert beste Unterhaltung weitab vom Pop-Rock-Einheitsbrei. Auch das Schlachthof-Publikum haben sie überzeugt. Man hätte ihnen allerdings einen etwas volleren Saal gegönnt.