Mitch Ryder und die Berliner Band Engerling begeisterten gestern zahlreiche Fans im komplett ausverkauften Theaterstübchen.

Voll war es im Kasseler Theaterstübchen. An diesem Abend wurde sogar auf Sitzmöglichkeiten verzichtet. Im ganzen Raum drängten sich Leute in Richtung Bühne, um einen Blick auf den Meister des Abends zu erhaschen.
Punkt 20:15 Uhr betritt Theaterstübchen-Chef Markus Knierim die Bühne und eröffnet einen Blues-Abend der ganz besonderen Art. Mitch Ryder kommt in dunkler Kleidung mit Hut und Sonnenbrille auf die Bühne, dazu gesellt sich die Berliner Bluesrockband Engerling.
Seit der „Vacation“-LP und Ryders legendärem TV-Auftritt im ARD-Rockpalast sind mittlerweile 34 Jahre vergangen. Jene Vollmondnacht, jenes alptraumhaft entrückte Konzert in der Essener Grugahalle ist längst zur Legende verklärt. Für Mitch Ryder war es der Beginn seiner Beziehung zu Deutschland, die seitdem nicht abgerissen ist.
Mit dem Griff zum Mikrofon geht es auch schon los mit „Rock’n‘ Roll“, gefolgt von „Long Hard Road“ und „Ain’t Nobody White“. Lässig schlägt Mitch Ryder den Schellenkranz. Das Publikum ist geradezu verzückt. Manche Fans sind extra angereist, um den Meister des tiefschwarzen Blues zu erleben. Weiter geht es mit „Betty’s Too Tight“, „Wicked Messenger“ und „War“. Die Fans sind begeistert. Auch im Alter von 69 Jahren kann er es noch. Von der Band Engerling wird Mister Ryder seit 1994 auf seinen Tourneen durch Deutschland, der Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich und Spanien begeleitet. Auch bei einigen CD-Produktionen haben sie ihn unterstützt. Man merkt, dass diese Musiker ein eingespieltes Team sind. Die weiteren Songs des Abends kommen Schlag auf Schlag, manchmal aber auch mit kurzen Anekdoten verziert. Es folgen Hits wie „Terrorist“, „Thrill Of It All“, „Do You Feel Alright“ und „Moondog House“. Die Stimmung in Kasselers Jazzlokal ist auf dem Höhepunkt. Nach gut zwei Stunden geht dieses Highlight der Blueswoche viel zu schnell vorüber, zurück bleiben unvergessliche Eindrücke an einen Meister des schwarzen Blues.