Seit Juni 2013 gehört der Bergpark Wilhelmshöhe zum UNESCO-Welterbe. Am Sonntag fand der zeremonielle Teil, die Verleihung der Urkunde durch Staatsminister Michael Roth, vor der Kulisse des Schlosses Wilhelmshöhe statt.

Eröffnet wurden die Feierlichkeiten durch Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, mit einer Erläuterung der Entstehungsgeschichte der Wasserspiele und deren Hintergründe im Jahr 1714. Außerdem plädierte er für den Erhalt und die Pflege dieses außergewöhnlichen Schauplatzes: „Eine einzigartige Kulturlandschaft, die aus dem verwegenen Traum nach antiker Größe einst hervorgegangen ist. Vermächtnis und Auftrag zugleich an uns und an die kommenden Generationen.“
Oberbürgermeister Bertram Hilgen unterstrich die Bedeutung für die Stadt Kassel und die „identitätstiftende Wirkung“ des 38. Welterbes: „Ich bin überzeugt, dass es uns in der bewährten Weise der Zusammenarbeit gelingen wird, die Herausforderung, die vor uns liegt, zu meistern. Wir sind froh und stolz, dass soviele Menschen den Bergpark entdecken.“ Außerdem erwähnte er Kassel als Wirkungsstätte der Brüder Grimm und ihre Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen als weiteres Welterbe.
Staatsminister Boris Rhein erläuterte die Beweggründe der UNESCO-Kommission in Phnom Penh (Kambodscha) zur Ernennung des Bergparks und des Herkules-Monuments zum Welterbe: „An keinem anderen Ort der Welt ist jemals eine vollkommene Wasserarchitektur von dieser Größe, diesem Umfang und dieser Dimension installiert worden.“ Das Herkules-Monument bezeichnete er als die technisch und künstlerisch anspruchvollste Großskulptur der Neuzeit.

Am 16. November 1972 hat die UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ verabschiedet. Es ist das international bedeutendste Instrument, das jemals von der Völkergemeinschaft zur Bewahrung des kulturellen und natürlichen Erbes beschlossen wurde. Bis heute haben 190 Staaten das Übereinkommen angenommen. Deutschland ist seit dem 11. Juli 1952 Mitglied. Der Bergpark ist die 38. Welterbestätte in Deutschland.