Vor etwas mehr als zwei Monaten haben wir über das erste Konzert des Gospel-Chors Voices United in Ihringshausen berichtet. Am Samstag begeisterte das Ensemble um Chorleiter Jeffrey Staten bei ausverkaufter Veranstaltung in der Kirche Vollmarshausen.

Kann man solch einen emotionalen Abend wiederholen? Setzt nicht irgendwann Routine ein? Diese Fragen beschäftigten mich auf dem Weg zum Konzert. Ich durfte im März die Premiere in Ihringshausen besuchen und schrieb im Anschluss von dieser ergreifenden Stimmung, die in der Luft lag, von lachenden und weinenden Gesichtern, nicht nur im Publikum, sondern auch in den Reihen der Voices United.

Die Abendsonne tauchte die Kirche in Vollmarshausen in goldenes Licht, als ob sie den Weg weisen wollte. Beim Eintreten fiel schnell auf, dass es sich auch diesmal um ein ausverkauftes Konzert handelte. Die Bänke waren bereits einige Zeit vor Beginn weitestgehend belegt. Moderator Uwe Welsch bat die Besucher doch ein wenig mehr zusammenzurücken.

Jeffrey Staten überzeugte bereits mit seinem ersten Solo. „My Soul Is Anchored In The Lord“ sang er soulig warm. Er besitzt unheimlich viel Gespür für seine Stimme, akzentuiert Passagen kraftvoll und weiß auch leisere Töne gekonnt einzusetzen. Neben dem Chorleiter selbst standen weitere Solisten im Rampenlicht. „Holy Ghost Power“ wurde von Soulröhre Stefanie Bechthold stimmlich sehr stark gesungen. Mit geschlossenen Augen und samtweicher Stimme überzeugte Andreas Kornrumpf beim Titel „I Believe“. Weiterhin standen Kerstin Jäger-Hartmann mit „Take Me Back“, Anja Höhmann mit „Amazing Grace“ und Susanne Fahrenholz mit dem Titel „He’s An On Time God“ am Mikrofon. Musikalisch begleitet wurde der Chor von Roland Oumard (Keyboard), Ben Smith (Bass) und Tim Kornrumpf (Schlagzeug). Durch den Abend führte Uwe Welsch (Mr. Brown), der einiges zum Inhalt und der Geschichte der einzelnen Songs preisgab.

Mit Herzblut war der Chor dabei, deren Mitglieder Jeffrey selbst ausgewählt hat. Songs wie „Faithful Is Our God“, „This Day“ und nicht zuletzt „Oh Happy Day“ zelebrierten sie so mitreißend, als hätte man ein eingespieltes Ensemble ihrer amerikanischen Vorbilder vor sich. Es macht ihnen unglaublich Freude, das war in die Gesichter geschrieben. Diese Freude übertrug sich sehr schnell auf das Publikum. Schon nach kurzer Zeit standen die Menschen auf, klatschten mit, lachten und weinten.

Jeffrey Staten und die Voices United treffen einen Nerv. Mit Leichtigkeit gelingt ihnen etwas, was nur wenige erreichen: Sie machen die Menschen frei und lassen sie für zwei Stunden (und vielleicht sogar darüber hinaus) den Alltag vergessen. Denn eines hatten alle Besucher beim Gang aus der Kirche gemeinsam; sie lächelten.